Die Entwicklung der Herrenbekleidung im Ballett

In dem 17. Jahrhundert wurde die Ballettwelt von Männern dominiert. Im Hof Ballett trugen diese zumeist Masken und übernahmen sogar die Rolle der Frau. Die Tanzbekleidung war eher eine Art Verkleidung: aufwendig gearbeitete, schwere Mäntel, Hosen und Perücken. Das Tragen von Schuhen mit Absätzen verhalf dem Tänzer sich freier zu bewegen und sich dem von der „Academie Nationale de Musique et de Danse“ von Louis XIV entwickelten Fußwerk zu bedienen.  Erst in der Romantik nahmen so langsam die Damen die Überhand im Ballett in ihren neu entwickelten Tutus.

Man sagt, dass der Designer der Pariser Oper, Maillot, am Ende des 18. Jahrhunderts das erste Paar Strumpfhosen entwickelt haben soll. 1820 schrieb Carlo Blasis, dass männliche Tänzer sich in weißen Jacken und Hosen einkleiden sollen, welche mit einem Leder Hüftgürtle verziert wurden. Hierdurch erlangte der Tänzer mehr Bewegungsfreiheit als jemals zuvor. Da Strumpfhosen anfangs sehr teuer waren, da sie aus Seide oder Wolle hergestellt wurden, trugen Männer oft eng geschnittene Dreiviertel-Hosen mit Kniestrümpfen. Man sagt, dass der russische Choreograph Nijinsky großes Aufsehen hervorgerufen haben soll anhand seines Kleidungsstil: Strumpfhose ohne Überhose. In der Aufführung Le Sylphide wurde der erste männliche Tänzer ohne Hose über der Strumpfhose auf der Bühne erblickt. Das erste Trikot wurde in  der Aufführung Le Spectre de la Rose vorgestellt. Über die Jahre wurde das Tragen von weniger Kleidungsstücken und Strumpfhosen für mehr Männer mehr und mehr zur Normalität.

Heutzutage tragen viel männlichen Balletttänzer einfach  nur Strumpfhosen und dazu Tuniken. Diese sind im Vergleich zu Strumpfhosen für die Dame viel dicker und schwerer und verfügen zumeist über eine Naht am Hinterteil. Beinbehaarung kann zudem durch die Strumpfhosen nicht gesehen werden. Viele männliche Tänzer bevorzugen es zudem einen Dancebelt zu tragen. Dieser ist spezielle Unterwäsche, welcher kaum Abzeichnungen in der Strumpfhose hinterlässt und dem Tänzer mehr Unterstützung beim Tanzen gibt.

Die ersten Ausführungen des Dancebelts war eher flach geschnitten und hat dem Träger nicht wirklich viel Unterstützung gegeben. Das Rückteil war hoch geschnitten und wurde für mehr Tragekomfort meistens nach Vorne hin getragen. In den 70er Jahren kamen weiter entwickelte Modelle auf dem Markt, wie z.B. das Modell 1100 von Danskin, welches eingearbeitetes Lycra Material hatte. Capezio hat im Jahre 1976 eine weichere Ausführung mit dünnerem Gurtband entwickelt. Wendy Knit hat großen Anteil an der Weiterentwicklung getragen. So kamen Dancebelts in einem hautfarbenen Ton auf dem Markt, welche nicht so leicht durch die Strumpfhose zu sehen waren. Diese werden heutzutage von den meisten Tänzern getragen und sind sogar beliebt bei Reitern. Erhältlich sind sie bei allen bekannten Händlern wie Capezio, Bloch und Move Dancewear. Jüngere Tänzer tragen ähnliche Modelle, bei welchem jedoch das Rückteil etwas breiter geschnitten ist für mehr Komfort.

Der Ballett Schuh wurde von August Bournnville, einem dänischen Choreographen entworfen. Dieser war ein schwarzer Slipper mit einem weißen V-Einsatz am Vorderteil, welcher den Fuß länger und mehr gestreckt erschienen ließ. Diese werden heutzutage immer noch in allen Bourneville Ballett Aufführungen getragen.

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