Duell des Jahres? Obama vs. Romney

Am 6. November kommt es zum wohl bedeutendsten politischen Ereignis des Jahres: Die US-Amerikaner wählen einen neuen Präsidenten. Das Duell zwischen dem demokratischen Amtsinhaber Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney verspricht, enger zu werden, als es lange Zeit den Anschein hatte – Romney, der laut Umfragen zeitweise bereits deutlich in der Wählergunst zurückgelegen hatte, konnte mit starken Auftritten bei den TV-Duellen Boden auf Obama gutmachen und geht nun auf Augenhöhe in den Endspurt. Neben dem Präsidenten werden am gleichen Tag übrigens noch der Kongress, elf Gouverneure und die Parlamente einiger Bundesstaaten gewählt; in den Augen der Weltöffentlichkeit kann aber keines dieser Ereignisse dem Präsidentschaftsduell das Wasser reichen.

Würde die Wahl in Europa stattfinden, wäre der Ausgang klar: Die große Mehrzahl der Europäer unterstützt Barack Obama. In Deutschland ergaben Umfragen eine Zustimmung von über 90 Prozent für den amtierenden Präsidenten. Obwohl viele Befragte Enttäuschung über seine Außenpolitik äußern, gilt der Friedensnobelpreisträger nach wie vor als Hoffnungsträger und gemäßigterer der beiden Kandidaten. In den USA, wo die politische Szene traditionell weiter rechts ausgerichtet ist als in der Alten Welt, ist Obama allerdings nicht zuletzt wegen seiner Gesundheitsreform deutlich umstrittener. Während liberal gesinnte Amerikaner seinen Kurs weitgehend unterstützen, stößt Obama im konservativen Lager auf ein Ausmaß an Ablehnung, das nur wenige seiner Vorgänger erfahren haben.

Sein Konkurrent polarisiert allerdings nicht weniger. Mitt Romney ist der erste Mormone, der für das Amt des Präsidenten kandidiert, was teilweise auf Ablehnung stößt. Dazu kommt sein Ruf als konservativer Hardliner, den er durch ungünstige Auftritte im Wahlkampf teilweise eher weiter zementiert als abgebaut hat. Der linke Flügel der politischen Landschaft wirft ihm vor, ein Kandidat der Reichen zu sein, der sich als Präsident um große Teile der Bevölkerung nicht kümmern würde. Rückenwind bekamen seine Kritiker, als vor einigen Wochen nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Videoaufnahmen von Mitt Romney ins Fernsehen gelangten, die seine Reden hinter den Kulissen zeigten.

Wer kurzentschlossen noch die Wahlpartys besuchen möchte, hat übrigens noch Gelegenheit dazu: Mit Kreditkarten von American Express lassen sich noch Last-Minute-Flüge in die amerikanischen Metropolen buchen, die es möglich machen, beim spannendsten Duell des Jahres live vor Ort zu sein. Eines ist sicher: Langeweile wird nicht aufkommen, wenn die Augen der ganzen Welt auf das Weiße Haus gerichtet sind. Zu knapp sind die Prognosen, zu hart ist der Kampf um die letzten unentschlossenen Staaten – die Unterstützer der Kandidaten werden im Endspurt des Wahlkampfes bis zu letzten Minute kämpfen.

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